Wer in Hofheim am Taunus oder in den umliegenden Stadtteilen ein Wildtier findet, sollte zunächst Ruhe bewahren und die Situation genau beobachten.
Nicht jedes Tier, das allein wirkt, braucht sofort Hilfe. Viele Jungtiere werden vorschnell mitgenommen, obwohl sie gesund sind und von den Elterntieren nur kurz allein gelassen wurden.
Wildtiere sind keine Haustiere.
Sie reagieren auf menschlichen Kontakt oft mit Stress und Panik und können sich oder andere dabei verletzen. Deshalb gilt grundsätzlich: erst beobachten, dann handeln.
Erst prüfen, dann eingreifen!
Bevor Sie eingreifen, fragen Sie sich:
Wirkt das Tier verletzt oder krank?
Bewegt es sich oder liegt es teilnahmslos da?
Sieht es schwach, ausgezehrt oder dehydriert aus?
Sind Augen, Fell oder Gefieder verklebt oder verdreckt?
Befindet es sich in einer konkreten Gefahr, etwa an einer Straße?
Handelt es sich um ein Jungtier?
Ist das Verhalten für diese Tierart und dieses Alter typisch?
Wenn Sie sich nicht sicher sind, ist Abstand halten meist die beste Entscheidung. In vielen Fällen ist das Tier nicht hilfsbedürftig, sondern verhält sich ganz normal.
Jungtiere nicht vorschnell aufnehmen!
Gerade bei Jungtieren ist Vorsicht wichtig. Rehkitze, Hasen oder junge Füchse werden oft nur in größeren Zeitabständen von den Elterntieren aufgesucht. Sie sind daher nicht automatisch verwaist. Schon eine kurze Berührung kann dazu führen, dass menschlicher Geruch zurückbleibt und das Jungtier von der Mutter nicht mehr angenommen wird.
Anders kann die Situation bei Igeln, Kaninchen oder bestimmten Jungvögeln aussehen. Wenn diese Tiere tagsüber allein, schwach oder an einem gefährlichen Ort gefunden werden, kann Hilfe nötig sein. Auch dann sollte aber möglichst fachkundig gehandelt werden.
Vögel und andere Wildtiere
Viele Jungvögel verlassen das Nest, bevor sie sicher fliegen können. Das ist normal und gehört zur sogenannten Ästlingsphase. Die Eltern füttern ihren Nachwuchs auch außerhalb des Nestes weiter. Sitzt ein Jungvogel jedoch auf einer Straße oder an einem anderen Gefahrenort, kann er vorsichtig an einen sicheren Platz, zum Beispiel auf einen Ast oder in einen Busch, gesetzt werden.
Ein Nestling, der kaum befiedert ist und offensichtlich aus dem Nest gefallen ist, kann unter Umständen wieder ins Nest zurückgesetzt werden. Auch hier gilt: nur eingreifen, wenn das Tier tatsächlich in Not ist.
Reihenfolge der Meldung
Wenn ein Wildtier wirklich hilfsbedürftig ist, sollte die Meldung in dieser Reihenfolge erfolgen:
Veterinäramt oder untere Naturschutzbehörde.
Polizei, wenn das Tier in akuter Gefahr ist oder die zuständige Stelle nicht erreichbar ist.
Jagdpächter oder Jagdausübungsberechtigter, wenn es sich um jagdbares Wild handelt.
NABU oder eine spezialisierte Wildtierhilfe für fachliche Unterstützung.
Tierschutzverein als ergänzender Ansprechpartner und zur Weitervermittlung.
Diese Reihenfolge ist sinnvoll, weil zunächst die zuständigen Behörden informiert werden sollten und bei jagdbaren Wildtieren zusätzlich der Jagdausübungsberechtigte eingebunden werden muss.
Wichtige Kontakte für Hofheim und Umgebung:
Veterinäramt / Untere Naturschutzbehörde
Bei verletzten, kranken oder auffälligen Wildtieren ist das Veterinäramt beziehungsweise die untere Naturschutzbehörde die erste fachliche Anlaufstelle.
Main-Taunus-Kreis –
Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen
Nordring 33
65719 Hofheim am Taunus
Telefon: 06192 201-0
E-Mail: veterinaerwesen@mtk.org
Polizei
Wenn das Tier sich auf einer Straße befindet, in akuter Gefahr ist oder die zuständige Stelle nicht erreichbar ist, sollte die Polizei informiert werden.
Polizeistation Hofheim
Hattersheimer Straße 2–4
65719 Hofheim am Taunus
Telefon: 06192 2646-0
Notruf: 110
Jagdpächter
Bei jagdbaren Wildtieren wie Reh, Fuchs, Wildschwein oder Hase ist der zuständige Jagdpächter für das Revier zu informieren. Die Kontaktdaten hängen vom Fundort ab und werden in der Regel über die Polizei, die Stadt oder die Jagdbehörde vermittelt.
Untere Jagdbehörde (Main-Taunus-Kreis)
Landratsamt Main-Taunus-Kreis
Amt für öffentliche Sicherheit und Ordnung,
Am Kreishaus 1-5,
65719 Hofheim am Taunus
Telefon: 06192 201-0 (Zentrale) oder E-Mail an ordnungswesen@mtk.org
NABU / Wildtierhilfe
Der NABU oder eine spezialisierte Wildtierhilfe kann bei der Einschätzung helfen und geeignete Auffangstationen nennen. Besonders bei geschützten Arten ist fachlicher Rat wichtig.
NABU Hofheim-Diedenbergen e.V.
Frank Müller
E-Mail: nabu-diedenbergen@gmx.de
Tierschutzverein Hofheim und Umgebung e.V.
Der Tierschutzverein Hofheim und Umgebung e.V. hilft bei der ersten Einschätzung, gibt Hinweise zum weiteren Vorgehen und vermittelt nach Möglichkeit an die richtige Stelle.
Tierschutzverein Hofheim und Umgebung e.V.
Verwaltungssitz, Kantstrasse 11, 65719 Hofheim
Telefon: 0177 331 79 38
E-Mail: info@tierschutz-hofheim.org
Webseite: www.tierschutz-hofheim.org
So transportieren Sie ein Wildtier
Wenn ein Transport nötig ist, sollte das Tier möglichst stressarm gesichert werden:
Handschuhe tragen.
Eine Decke, ein Handtuch oder eine Jacke verwenden.
Das Tier in einen Karton oder Behälter mit Luftlöchern setzen.
Den Behälter dunkel, ruhig und warm halten.
Das Tier nicht unnötig anfassen.
Wildtiere sollten immer so kurz und schonend wie möglich transportiert werden.
Rechtliche Hinweise
Wildtiere dürfen grundsätzlich nicht einfach aus der Natur entnommen werden. Erlaubt ist dies nur in Ausnahmefällen, etwa wenn ein Tier krank, verletzt oder hilflos ist und vorübergehend gepflegt werden muss. Sobald es wieder gesund ist, muss es unverzüglich in die Freiheit entlassen werden, möglichst an den Ort, an dem es gefunden wurde.
Bei jagdbaren Wildtieren ist besondere Vorsicht geboten. Ohne die Zustimmung des zuständigen Jagdausübungsberechtigten kann die Aneignung rechtlich problematisch sein. Deshalb sollten immer die zuständigen Stellen eingebunden werden.
Unser Hinweis
Wer ein Wildtier findet, hilft am meisten, wenn er ruhig bleibt, Abstand hält und den Fund an die richtige Stelle meldet. So wird vermieden, dass ein gesundes Tier unnötig aus der Natur entnommen wird oder ein hilfsbedürftiges Tier zu spät versorgt wird.
Kostenhinweis bei verletzten Wildtieren:
Die Behandlung von Wildtieren beim Tierarzt ist grundsätzlich kostenpflichtig. Wer das Tier bringt, gilt meist als Auftraggeber und kann für die Kosten haften. Bitte deshalb vorab immer den zuständigen Jagdpächter, eine Wildtierauffangstation, die zuständige Behörde oder im Notfall die Polizei kontaktieren. Eine Kostenübernahme kann nicht in jedem Fall zugesichert werden.
Der Tierschutzverein Hofheim und Umgebung e.V. unterstützt Sie dabei, die Situation richtig einzuschätzen und die passenden Ansprechpartner zu finden.
Quelle:
Tierschutzhessen.de, Heimische Wildtiere – Was tue ich, wenn ich ein Wildtier auffinde?
Einen Überblick finden Sie auch in einem Flyer, der bei der hessischen Landestierschutzbeauftragten erhältlich ist und auch hier zum Download bereitsteht: Hier klicken zum herunterladen